OLG Köln: Unzulässige Werbung mit Testergebnis für Modellabwandelung

Das Oberlandesgericht Köln hat mit Urteil vom 23. April 2018 entschieden, dass die Werbung mit einem Testergebnis immer nur für das geprüfte Produkt erlaubt ist. Soweit Produktabweichungen auch in Form der Größenabweichung des geprüften Produkts vorliegen, ist eine Übertragung des Testergebnisses in der Werbung auf das nicht geprüfte Modell wettbewerbswidrig.

Im konkreten Fall waren Werbeaussagen mit einem Testergebnis für eine getestete Matratze Gegenstand des Streits. Eine der Matratzen der Beklagten wurde von der Stiftung Warentest mit Gut als Testsieger bewertet. Die Testsieger-Matratze war 90*200 cm groß und besaß einen Härtegrad von H3. Die Beklagte nahm das Testergebnis zum Anlass um sowohl mit dem Test auch andere Matratzen mit demselben Härtegrad aber mit einer anderen Größe sowie mit einem unterschiedlichen Härtegrad zu bewerben. Beides stufte das OLG Köln als wettbewerbswidrig ein. Der Senat betonte, dass im Rahmen einer Werbung mit einem Testergebnis stets nur das geprüfte Produkt beworben werden dürfe. Eine Übertragung der positiven Bewertung auf andere Produkte sei unzulässig. Dies gelte auch im Matratzenbereich für identische Produkte mit unterschiedlicher Größe.

So sei insbesondere durch die unterschiedlichen Liegezonen und die Gestaltung der Matratzen selbst bei einem identischen Modell der Test dann nicht übertragbar, wenn die Matratzen unterschiedlich groß seien.

Fazit:

Die Entscheidung verdeutlicht einmal mehr, dass im Bereich der Werbung mit Testergebnissen sehr strenge Maßstäbe an die Gerichte angelegt werden. So ist bei einer Testwerbung stets darauf zu achten, dass das beworbene Produkt tatsächlich Gegenstand des Tests war. Darüber hinaus sind die zutreffenden Fundstellen ebenso anzugeben, wie ein weiterer Testsieger im Rahmen eines geteilten Testsieges. Darüber hinaus sollte nach Möglichkeit der Rang des getesteten Produktes dann angegeben werden, wenn es den Test nicht gewonnen hat.